Baudezernentin Claudia Koch gab einen vagen Ausblick auf Quellesbauliche Zukunft
Im dritten Anlauf hat es geklappt. Bielefelds Beigeordnete und BaudezernentinClaudia Koch kam auf Einladung der Queller Gemeinschaft ins Gemeindehauszum Info-Abend in der Reihe „Focus Quelle“. Speziell der Blick auf diemöglichen Neubaugebiete im Ort hatte so viele Interessierte mobilisiert wiesonst noch kein Abend der Reihe.Claudia Koch setzte gleich zu Beginn eine Marke: „Quelle ist ein sehrlebenswerter Stadtteil. Hier gibt es Besonderheiten in den Voraussetzungen füreine sinnvolle Stadtentwicklung.“ Hier meinte sie die gute Anbindung desÖPNV per Bus, per Schiene (Haller Willem) sowie die gute Erreichbarkeit derRegion in fast alle Himmelsrichtungen. Das war es jedoch schon an konkreterenAussagen bezüglich des Baus möglicher Siedlungsbereiche oderGewerbeansiedlungen.Koch beschrieb detailliert die vierstufige Planungsphase, bevor eineRealisierung eines Baugebietes begonnen werden kann. Hier sei in einigenBereichen gerade einmal die erste Stufe erreicht, nämlich die Aufnahme in denRegionalplan. „Es ist einiges an Flächenpotenzial ausgewiesen.“ Hier habe dieStadt Bielefeld es in der Hand diese Bereiche (Allgemeiner Siedlungsbereich) zuentwickeln. Im weiteren Verlauf des Abends wurde dann immer klarer: DieErwartungen der Queller Bürger im Auditorium wurden nicht ansatzweiseerfüllt. So verließen zahlreiche Gäste den Gemeindesaal bereits recht früh. Sieverpassten eine lebhafte Diskussion sowie die Aussage, dass es vorerst keinenNeubau der Grundschule geben wird, man aber über den Neubau der Sporthallenachdenke.Deutlich wurde aber besonders – auch der Dezernentin – dass die Ausweisungweiterer Baugebiete sehr kritisch bis ablehnend bewertet wird. „Man kann nichteinfach nur das Wachstum feiern, man muss dem Naturschutz viel mehr Raumgeben“, sagte Adalbert Niemeyer-Lüllwitz. Bauamt und Umweltamt müsstensich besser miteinander abstimmen.Koch gab lediglich Grundsatzinformationen („Es gibt ein paar Prozesse, diebremsen“), aber keine Details über die zuvor erwähnten Bereiche: so etwaentlang des Lichtebaches, unterhalb der Fortsetzung der Magdalenenstraße vomStumpf des Kreisverkehrs bis zur Bahntrasse des Haller Willems und westlichder Queller Straße zwischen Kupfer- und Eisenstraße sowie südlich davon(Gewerbegebiet). Wie es dort weitergehen könnte, darauf blieb die Dezernentindie Antworten größtenteils schuldig. Man solle jedoch die Ruhe bewahren, dennin Bielefeld dauere die Phase vom Rahmenplan bis zum Satzungsbeschluss fünfJahre. Zudem sei die Finanzlage der Stadt äußerst prekär.
Auch die Anbindung der neuen Baugebiete „Saures Feld“ und„Wilfriedstraße/Bobbert“ sei noch in der Abstimmung, da es um Zufahrtenaußerhalb der geschlossenen Ortschaft gehe und dort Straßen.NRW zuständigsei.Das Thema eines dringend benötigten Jugendzentrums wurde von Seiten derQueller Gemeinschaft angesprochen. Hier, so Koch, solle Sozialdezernent IngoNürnberger mit den Queller Akteuren (also Kirchengemeinde und QuellerGemeinschaft) in Austausch treten, vielleicht alternative Formen eines JZausloten. Zudem sei es sinnvoll, eine Planungsgruppe aus der Mitte derBevölkerung zu installieren, die das Thema vorantreibe. Noch am Abendmeldeten sich erste Aktive für dieses Vorhaben.Focus-Quelle-Initiator Klaus Betzendahl nagelte Claudia Koch am Ende eineszweistündigen Abends mit den Worten fest: „Wir sehen uns bald wieder undhoffen auf konkretere Erkenntnisse.“ (Bericht und Foto: Tom Hagen)
