Quelle droht ein Verkehrsinfarkt

Auf der Jahresversammlung der Queller Gemeinschaft gab es beunruhigende Nachrichten über die mit dem Lidl-Bau verbundenen Umleitungen

Quelle. Der Queller Gemeinschaft geht es recht gut. Das ist das Fazit der aktuellen Jahresversammlung. Inhaltlich und personell ist der und 330 Mitglieder zählende Verein – er wurde im Mai 1981 gegründet – gut aufgestellt. Finanziell ist die Lage angespannt, aber noch nicht beunruhigend. Noch zehrt der Verein um die Führungsspitze Bernd Rehmet und Carsten Koep von Rücklagen aus den vergangenen Jahren. Doch die Anforderungen an die beiden Leuchtfeuer – Weihnachtsmarkt und Queller Sommer – werden nicht geringer. Allein der Queller Sommer schlägt mit 21.000 Euro Kosten zu Buche.

Der eigentliche Aufreger kam gleich zu Beginn: Denn CDU-Ratsmitglied Aydin Öszan berichtete von inoffiziellen Informationen über die Begleitumstände des Lidl-Baus im Bereich Café Sport. Bereits Beginn des Monats April bis zum August soll die ortseinwärts führende Fahrspur voll gesperrt werden. Das hätte zur Folge, dass sich der gesamte Verkehr über Gottfried- und Magdalenenstraße quälen müsste. Für alle im Saal der Gesamtschul-Mensa eine nicht hinnehmbare Belastung. Doch offizielle Informationen von der Stadtverwaltung gab es (zumindest bis Ende März) nicht. „Das ist nicht hinnehmbar“, machte Özsan seinem Ärger Luft. Auch die Anmeldesituation für Schulkinder sei sehr unbefriedigend. Mehr als 20 Kinder könnten keinen Platz in der Grundschule finden.

Adalbert Niemeyer-Lüllwitz hatte auch bessere Nachrichten im Gepäck. So gibt es Überlegungen, das Luttertal als Naturschutzschutzbereich auszuweisen. Auf der Queller Straße wird über Tempolimits im Bereich des Haller Willems nachgedacht. Später soll es dort auch bauliche Veränderungen geben. Ebenso soll ein Zebrastreifen auf der Marienfelder Straße in Höhe der Luttertalbrücke kommen. Auch ein Tempo-30-Limit sei auf der Strecke Richtung Gesamtschule möglich. Für eine Woche wurde vor den Osterferien das Projekt „Walking Bus“ erprobt. Hier gehen möglichst alle Grundschulkinder aus Richtung Solarsiedlung zusammen zur Grundschule und dürfen auch nicht überholt werden. Ein Beitrag zur Schulwegsicherheit.

Leider fiel der von vielen mit Spannung erwartete Gastvortrag von Baudezernentin Claudia Koch aus. Sie war kurzfristig erkrankt, hat sich aber bereits jetzt für den 20. April im Rahmen der Reihe „Focus Quelle“ angekündigt und wird über Quelles mögliche bauliche Entwicklungen  berichten.

Für Koch sprangen Adalbert Niemeyer-Lüllwitz vom Naturschutzbeirat und Aydin Özsan (Bezirksvertreter in Brackwede) als Referenten ein. Niemeyer-Lüllwitz berichtete von einer sommerlichen Rundfahrt mit dem Rad, an der Baudezernentin Koch teilnahm. Hier ging es auch um den Bebauungsplan in Höhe des Biohofs Bobbert. Demnach könnte er nach Einschätzung Niemeyer-Lüllwitz` demnächst realisiert werden. Es müsse jedoch noch an der Verkehrsführung für die Zufahrt/Erschließung gearbeitet werden. Hierbei sieht die Planung einen weiteren Kreisverkehr auf der Osnabrücker Straße noch vor dem Ortseingang Quelle vor. Ein aktualisierter Bebauungsplan soll in den kommenden Monaten veröffentlicht werden. Viele dieser Punkte dürfte Baudezernentin Koch am 20. April ansprechen.

Freuen können sich alle Einwohnerinnen und Einwohner auf den Queller Sommer. Er wird am 11. und 12. Juli gefeiert. Wie immer auf der Carl-Severing-Straße, auf der Kirchwiese und vor der Eisdiele mit der „Blaulichtmeile“. Der Weihnachtsmarkt liegt zwar noch in weiter Ferne, wird aber traditionell am am 3. Advent stattfinden.

Gern nimmt der Verein mit „Finanzministerin“ Elke Meyer Spenden entgegen und freut sich über neue Mitglieder. Ein Urgestein aus der Gründungsphase wurde nun offiziell zum Ehrenmitglied ernannt: Klaus Betzendahl, langjähriger Rechtsanwalt und Notar im Ort, erhielt unter viel Applaus diese Auszeichnung. Mit ihm am Tisch saßen die beiden weiteren Ehrenmitglieder Uwe Jauer und Ernst Völcker. Sie alle haben die Geschicke der Queller Gemeinschaft lange gelenkt und den Verein vorangetrieben. Für alle gab es anerkennenden Applaus.

(Tom Hagen)