Alt werden und dabei fit und gesund bleiben
Der Queller Mediziner Johannes Hegselmann erklärte dem gut besuchten Auditorium, wie das am besten funktionieren kann
Quelle. Alt werden wollen alle – alt sein besser nicht! So und so ähnlich hört man viele Menschen sagen. Wie man seine Wehwehchen und Zipperlein im Zaun halten kann – oder wie man eigenverantwortlich vorsorgen sollte, das machte der Internist und Kardiologe Dr. Johannes Hegselmann während eines gut besuchten Vortrags im Rahmen der Reihe „Focus Quelle“ im Gemeindehaus der Johannes-Kirchengemeinde anschaulich deutlich.
Wie lebt man möglichst lange selbstbestimmt? Wie kommt man mit zunehmender Gebrechlichkeit zurecht? Welche Krankheiten warten auf uns im Alter? Wie werde ich sterben? Alles Fragen, die man gern vor sich herschiebt, sie auch meist verdrängt.
Angesichts von einer Million Sterbefälle (2025) jährlich in Deutschland aber doch Themen, die man für sich bedenken sollte.
Hegselmann definierte den Begriff Altern, vor allem, wann es biologisch bedingt beginnt. Nämlich viel früher als man gemeinhin denkt: der Prozess startet zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Dem gegenüber steht eine rasante Steigerung der Lebenserwartung. Wohlstand, gesündere Ernährung, verbesserte Lebensbedingungen und optimierte Vorsorge sind wesentliche Teile dieser Entwicklung. Dabei machte der Mediziner deutlich, dass das chronologische Alter fix ist, das biologische Alter jedoch dynamisch.
Und hier setzten seine Tipps für die verbesserte Gesundheit und Fitness für die ältere Generation an. Besonders der Lebensstil ist der stärkste Faktor für ein langes Leben. Mit gesunder Ernährung, reichlich Flüssigkeitszufuhr (1,5 bis 2 Liter), viel Bewegung, geistiger Betätigung, sozialen Kontakten und vor allem nicht Rauchen (aktiv und passiv) lasse sich theoretisch fast ein jedes Leben um 10 bis 15 Jahre gegenüber dem statistischen Maß verlängern, so Hegselmann. Besondere Erwähnung fand eine mediterrane Ernährung, die gerade aktuelle 16/8 Diät, sprich gelegentliches Intervall-Fasten.
Einen besonderen Fokus legte der Mediziner auch auf die tägliche Bewegung. Sie sollte zwischen 7.000 bis 10.000 Schritten liegen. Dazu 150 Minuten Ausdauersport wöchentlich (zum Beispiel 5 x 30 Minuten), zweimal Krafttraining und dreimal wöchentlich Gleichgewichtsübungen.
Abschließend listete der Arzt die meisten Todesursachen auf und warnte besonders vor dem Rauchen. Das Rauchen sei der größte Killer. Nichtrauchen schütze vor Krebs und einem früheren Tod. Hinzu komme der Faktor Übergewicht. Auch den Blutfettwerten sollte jeder besondere Aufmerksamkeit widmen (wegen der Blutgefäße), sowie dem Schlafen. Hier sind 7 bis 9 Stunden empfehlenswert.
Ebenso die empfohlenen Vorsorge- und Früherkennung gegen Krebs und auch die sinnvollen Impfungen (besonders gegen Gürtelrose) rückte Hegselmann ins Licht. Sein für jeden umsetzbares Fazit: Jede Bewegung zählt.
Wobei Nahrungsergänzungsmittel in den Bereichen Anti-Aging und Longevity keinen wissenschaftlich belegbaren Nutzen hätten. Lebensverlängernde Maßnahmen (zum Beispiel Medikamente) werden irgendwann verfügbar sein, sind aber noch im frühen im Versuchsstadium und längst nicht ausgereift. Die ewige Jugend ist leider noch meilenweit entfernt.(Tom Hagen)
