Der Lebensraum Quelle gewinnt an Aufmerksamkeit

 

Brackwedes Bezirksbürgermeister Vincenzo Copertino und Ratsmitglied

Aydin Özsan gaben bei der Reihe „Focus Quelle“ Einblicke in ihre politische Arbeit

 

Quelle. „Unser Ortsteil wurde lange Zeit in den politischen kommunalen Gremien nicht genügend beachtet. Mit der Folge, dass Quelles Probleme und Wünsche oft stiefmütterlich oder nur halbherzig behandelt wurden“. Diese Feststellung Klaus Betzendahls (Gründungsmitlied der Queller Gemeinschaft und Initiator der Reihe Focus Quelle) traf den Kern des Abends. In dessen Verlauf gaben die beiden CDU-Politiker Einblicke in die aktuelle und – nach eigener Zusicherung – auch positiv veränderte Arbeit in der Bezirksvertretung und im Rat. Fazit: „Quelle findet definitiv statt.“

Copertino ist ein bereits erfahrener Stadtpolitiker und seit November neuer Bezirksbürgermeister Brackwedes. Im Bezirksamt und in der Bezirksvertretung vertritt er rund 40.000 Einwohner in den Ortsteilen Brackwede, Quelle, Ummeln und Holtkamp. Im örtlichen Gremium gibt es nach Copertinos und Össans übereinstimmender Aussage eine

Kooperationsvereinbarung zwischen den drei großen demokratischen Parteien und das Bestreben möglichst einstimmige Beschlüsse zu fassen. Zudem habe die Brandmauer zur AfD Bestand, wobei deren zwei Abgeordnete sowohl durch Schweigen als auch Unkenntnis auffielen. „Mit denen haben wir Glück im Unglück, sie sitzen nur da und sagen nichts“, beschreibt Copertino die Situation. „Sie stören nicht“. Eine positive Entwicklung gibt es zudem bei den Sitzungen der BZV Brackwede: „Wir haben jetzt oft die Amtsleiter zu Gast, die sich dann zu den Fragen äußern können.“

Quelles Problemzonen haben sowohl Copertino als auch Özsan im Blick. An vorderster Stelle stehen

  • die Schulwegsicherung an der Carl-Severing-Straße (wobei es hier wohl an der Umsetzung durch die Verwaltung hapert).
  • die neue Arbeitsgemeinschaft Verkehrskonzept. Sie soll für Verbesserungen und mehr Sicherheit im Ort sorgen. Sie hat jedoch erst ein Mal getagt und soll in Zukunft – frühestens ab Juli – mit den Fachabteilungen gemeinsam an Lösungen feilen.
  • zusätzliche Zebrastreifen an den bereits vorhandenen Querungshilfen auf Carl-Severing – und Marienfelder Straße.
  • der Neubau einer Sporthalle an der Grundschule. Er wird wohl aktuell nicht weiter verfolgt, da die Stadt massive Finanzprobleme hat und aktuell 90 Millionen Euro im Haushalt einsparen muss.
  • die störenden Werbeanhänger im Bereich der Grundschule. Hier werde an einer Lösung gearbeitet. In Sicht sei jedoch noch keine.
  • eine mögliche Abschaffung des Pfeiftons des Haller Willem. Hier sei ein runder Tisch anberaumt.

Insgesamt schwebe die Finanzmisere Bielefelds wie ein Damoklesschwert über der Arbeit der Gremien. „Es wird auf jeden Fall schmerzhaft, aber es gibt ein wenig Hoffnung“, so Copertino abschließend.

Härter ging Aydin Özsan mit der Administration ins Gericht: „Die Verwaltung blockiert oft gefasste Beschlüsse“. Das relativierte Copertino umgehend: „Kooperation muss die Maxime lauten – Konfrontation nur, wenn es nötig erscheint.“ Das sah auch Uwe Schmidt aus dem Auditorium: „Das ist deutlich zu konfrontativ dargestellt. Sinnvoll wären wohl Prüfaufträge und Empfehlungsbeschlüsse.“

Zum Schluss legte Klaus Betzendahl noch einmal den Finger in die seit Jahren ungelöste Problematik eines fehlenden Jugendzentrums: „Unser Ortsteil wächst immer weiter, doch es gibt keine Anlaufstelle für junge Leute zwischen 13 und 18 Jahren.“ Hier müsse dringend etwas getan werden. Etwa in Form eines runden Tisches mit Beteiligung der Kirche sowie weiteren in Frage kommenden Beteiligten.

Mit weiteren Fragen aus dem Publikum ging der Abend interessant zu Ende.

Das nächste Angebot des Formats Focus Quelle ist am 29. Juni ab 19 Uhr im Gemeindehaus der Johanneskirchengemeinde mit dem Thema „Elektromobilität“.                      (Tom Hagen)

 

Bildzeile:

Zufrieden nach einem inhaltsreichen Abend: Aydin Özsan, Klaus Betzendahl, Elke Meyer, Bernd Rehmet, Carsten Koep und Vincenzo Copertino (v.l.).

Foto: Tom Hagen