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2014 - Winterreise Matrei in Osttirol

Zum 29. Mal fuhr in diesem Jahr eine Reisegruppe aus Quelle in Richtung Süden, um Winterfreuden zu genießen. In der Zeit vom 25. Januar bis zum 01. Februar 2014 war das Ziel das Hotel Goldried in Matrei (975 Meter). Nach jahrelanger Organisation durch Rolf Baumotte lag jetzt erstmalig die Planung und Durchführung in den Händen von Uwe Jauer und seiner Partnerin Karin Heidemann. Kurzfristig musste die Abfahrtszeit um eine halbe Stunde auf 05:30 Uhr vorverlegt werden. Begründet war das durch einen früheren Felseinsturz auf die Felbertauernstraße, die dadurch nicht durchgehend befahren werden kann. Zwischenzeitlich hat die Straßenverwaltung eine Ersatzstraße angelegt, die mit Bussen nur bis 18:30 Uhr passiert werden darf. Hätte die Reisegruppe die Ersatzstraße nicht zeitgerecht erreicht, wäre ein Umweg von 180 km erforderlich geworden. Deshalb nahmen alle Teilnehmer den Verzicht auf eine halbe Stunde Schlaf in Kauf. Unser Busfahrer Olaf Pinno hatte alles bestens berechnet. Kein Stau auf der Autobahn brachte seinen Plan durcheinander. Wir erreichten pünktlich die Ersatzstraße und um 18:00 Uhr das Hotel. Die Begrüßung erfolgte im Bus durch Monika, Chefin der Rezeption.

Jetzt gab es für uns eine Neuheit, um in das Hotel zu gelangen. Von der Straße aus führte ein Schrägaufzug nach oben in die Empfangshalle. Jeweils 10 Personen konnten in der Kabine Platz nehmen und die Fahrt nach oben antreten. Anschließend beförderte das Hotelpersonal unser Gepäck in dem Aufzug. Es war wirklich eine Neuheit. Nach dem Einrichten der großzügigen Zimmer war als Abendessen ein Büffet aufgebaut. Am Abend wurde nicht mehr lange gefeiert.

Während des Aufenthalts in Matrei konnte jeder Teilnehmer sich nach seinen Wünschen sportlich betätigen. Leider waren im Ort die Südhänge durch die wärmende Sonne nur noch mit wenig Schnee bedeckt. Die Schipisten wurden mit Schneekanonen künstlich beschneit, sodass den Abfahrtsläufern die Freude nicht genommen wurde. Vom Hotel aus gab es wenige Möglichkeiten zu Wanderungen auf geräumten Winterwegen. Dieses Defizit konnte durch ein umfangreiches Ausflugsangebot mit unserem Bus ausgeglichen werden. So erreichte die Gruppe den „Staller Sattel“ in 2020 Meter Höhe. Hier gab es eine besondere Herausforderung für Busfahrer Olaf. Während sich die Gruppe im Gasthof „Oberseehütte“ aufhielt, öffnete Frau Holle ihre Schleusen. Um die Gruppe und den Bus über die Serpentinen wieder sicher ins Tal bringen zu können, mussten Schneeketten aufgezogen werden. Am Mittwoch gab es dann einen besonderen Höhepunkt: Busfahrt nach Kals und anschließend die Fahrt mit der Kabinenbahn in die Höhe von 2621 Meter. Dort steht seit vier Jahren die „Adler Lounge“, ein modernes Restaurant mit Rundblick auf 60 Berge mit einer Höhe um die 3000 Meter. Der strahlendblaue wolkenlose Himmel bot an diesem Tag das ausgesprochen seltene Erlebnis. Alle, die oben waren, werden diese Eindrücke lange in Erinnerung behalten. Am Abend bot das Hotel eine Fondue-Essen und als Dessert einen großen Eisbecher.

Am Donnerstag fuhren wir ins Virgental. Ziel war der Ort Hinterbichl. Der Gasthof „Groderhof“ in 1520 Meter Höhe konnte nur durch einen Fußmarsch erreicht werden. Mit dem Abstieg am frühen Nachmittag begann dann das Schneechaos. Es schneite ununterbrochen. Erreichten wir am Abend den Berggasthof für unseren „Hüttenabend“? Durch kurzfristige Umplanung mit Hilfe von Monika aus der Rezeption konnten Kleinbusse mit Schneeketten organisiert werden. Für die letzten Meter vom Parkplatz bis zur „Hütte“ erhielten wir eine Fackel; ein schöner Anblick. Im Hause unterhielten uns zwei junge Burschen mit Ziehharmonika und verschiedenen Zupfinstrumenten. Als wir die „Hütte“ verließen, schneite es noch immer.

Bis Freitagmorgen waren ca. 50 cm Neuschnee gefallen; und es schneite den ganzen Freitag. Wir hörten von Schneechaos in Osttirol und Kärnten, gesperrten Straßen und abgeschnittenen Tälern. Unsere Sorge: Konnten wir am Sonnabend zurück nach Bielefeld fahren? Verschiedene Horrorgeschichten machten die Runde. Busfahrer Olaf beruhigte uns am Freitagabend. Er hatte bereits am Freitag einmal seinen Bus „ausgegraben“ und wieder Schneeketten aufgezogen. Seine Erkundigungen über die Befahrbarkeit der Straßen ließen uns hoffen. Die Rückfahrt musste allerdings über Spittal gehen; die Ersatzstraße für die gesperrte Felbertauernstraße war für Busse gesperrt. Also ein Umweg von 180 km, teilweise mit Schneeketten.

Am Abreisetag konnte wegen des Schneefalls der Schrägaufzug des Hotels nicht benutzt werden. Improvisation ist eben alles. Unser Gepäck wurde mit einem hoteleigenen Kleinlieferwagen über die Bergstraße zum Bus gefahren. Aus Sicherheitsgründen erreichten wir ebenfalls mit diesem Kleinbus über die Bergstraße unseren Reisebus. Mit einer kleinen Verzögerung setzte sich der Bus dann in Richtung Heimat in Bewegung. Auf der Fahrt bis Spittal konnten wir nur staunen. Die Dächer hatten zwischenzeitlich eine Schneehöhe von ca. einem Meter. Die Leute kämpften mit Schaufeln, Schneefräsen und Treckern gegen die Schneemassen an. Die Straßenbreite war deutlich reduziert; rechts und links der Straße riesige Schneeberge. Wo wollte man auch mit dem Schnee hin? Schwierig wurde es für Fahrer Olaf bei Begegnungsverkehr mit Sattelschleppern. Bei Schrittgeschwindigkeit bewältigte er auch diese Situationen. Es durfte aber keines der Fahrzeuge von den seitlichen Schneerändern zur Fahrbahnmitte abrutschen. Kurz vor Erreichen der Autobahn bei Spittal: Schneeketten abziehen. Mit erheblicher zeitlicher Verzögerung ging es jetzt zügig ab in Richtung Heimat. Damit Fahrer Olaf die zulässige Höchstlenkzeit nicht überschritt, übernahm ab Schweinfurt Fahrer Hans das Steuer des Busses. Er war mit der Bahn nach Schweinfurt angereist. So erreichten wir gegen 22:45 Uhr ohne nennenswerte weitere Störungen unser Ziel in Quelle.

Abschließend kann festgestellt werden, dass Karin und Uwe ihre Bewährungsprobe „in Sache Winterreise“ bestanden haben. Vielen Dank und auf ein Neues im Jahr 2015.

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