Herzlich Wilkommen auf den Seiten der Queller Gemeinschaft

2011 - 3 Tage reizvolle Oberlausitz – Bautzen – Görlitz – Kloster Marienthal

Von Sachsen und Sorben

 

Stadtrundgang in Görlitz – im Hintergrund die Kirche St. Peter und Paul

 

Schon am Tag vor der Abfahrt zur diesjährigen Reise der Queller Gemeinschaft hatte Uwe Jauer schönes Wetter angekündigt. Daher war es keine Frage, dass am Samstag, dem 20. August der Bus bei strahlendem Sonnenschein startete, dementsprechend die Stimmung der Teilnehmer. In flotter Fahrt ging es durch Sauerland und hessisches Bergland bis nach Weimar. Hier war Gelegenheit zu einem Stadtrundgang, verschiedenen Besichtigungen oder einfach nur einem Bummel über die Shoppingmeile mit einem Imbiss. Das herrliche Wetter lud auch in den Garten am Goethe Haus oder in den angrenzenden Park.

Weiter ging es durch die sanften Hügel Thüringens und Sachsens vorbei an Gera, Chemnitz und Dresden, wo der Turm der Frauenkirche von weitem grüßte. Am späten Nachmittag lag dann im Abendlicht die Silhouette von Bautzen vor uns. Stadt der Türme nennt sie sich und das mit vollem Recht: Der Anblick einer großen Anzahl kleiner und großer Türme bot sich uns im warmen Schein der späten Sonne. Nach der Besitznahme der Zimmer im Hotel „Holliday Inn“ mitten im Zentrum und einem köstlichen Abendessen erwartete uns der Nachtwächter von Bautzen zu einem Rundgang durch die historische Altstadt. Historische Altstadt? Nicht historisches DDRGefängnis? Schon der erste Anblick der Altstadt hatte an dem bekannten Vorurteil gerüttelt, beim Rundgang aber wurde deutlich klar: Bautzen ist über tausend Jahre alt und wurde, glücklicherweise, im Krieg nicht zerstört. Rund um Markt und Rathaus Straßen und Gassen mit wunderschönen Häusern, weitgehenst restauriert. Giebel, Tore und Türme verschiedener Zeitepochen, Kirchen und Klöster.

Stadtrundgang bei prächtigem Sonnenschein auf dem Görlitzer Obermarkt

 

 

Der Dom bis heute zweigeteilt: ein Teil protestantisch ein Teil katholisch und das praktisch seit der Gegenreformation ohne Probleme – eine Rarität. Sachkundig und selbstbewusst führte der Nachtwächter und Türmer durch seine Stadt. Von Turm zu Turm war immer wieder Interessantes zu entdecken. Jedes Bauwerk hat seine Geschichte: Ob Lauenturm, Matthiasturm, Nicolaiturm, der Rathausturm oder Wasserturm. Im romantischen Licht alter Straßenleuchten, vom Halbmond und Sternen begleitet endete der Gang am Turm der Wasserkunst. Der Turm, erbaut unter Mithilfe des Franziskanermönches Martin Gregor liegt an der Spree und hat die Stadt über Jahrhunderte über ein kunstvolles System mit Wasser versorgt.

 

So, bestens über Geschichte und Bewohner der Stadt informiert, endete der Tag nach einem Schlummertrunk zur besten Zufriedenheit.

 

»Flüsterbogen« am Untermarkt

 

Bei prächtigem Sonnenschein startete der Bus am Sonntag, begleitet vom Glockenklang der vielen Kirchen nach Görlitz. Vom ausgezeichneten Frühstück gestärkt lauschten die Teilnehmer andächtig dem Reiseführer Mathias Reiche. Zunächst gab er einen kurzen Abriss der niederlausitzschen Geschichte und der Minderheit der hier lebenden Sorben. Mit einer Stadtrundfahrt begann der Aufenthalt in Görlitz, der Stadt an der Neiße. Nach diesem Überblick wanderte die Gruppe über Ober- und Untermarkt, vorbei an Rathaus, Dom und Kaisertrutz hinunter zur Neiße. Ausführliche Erklärungen von Mathias Reiche erschlossen auch hier die Geschichte der vielen historischen Gebäude, Handelshäuser und Kirchen dem Betrachter. Danach konnte jeder für zwei Stunden die wunderschöne Stadt und das herrliche auf seine Weise genießen mit Bau- Schau- oder Essenskultur.

Führung durch das Kloster St. Marienthal

 

Einige nutzten die Zeit zu einem kurzen Besuch der auf der anderen Seite der Neiße gelegenen, polnischen Zwillingsstadt Zgorzele. Aber dann, ab in den Bus und zum Kloster St.Marienthal. Diese Zisterzienserabtei ist das älteste Frauenkloster dieses Ordens in Deutschland. Zwischen Feldern und Wiesen und unter hohen Bäumen, direkt an der Neiße und damit der Grenze zu Polen gelegen ist es heute noch von Nonnen bewohnt. Auch hier erklärte uns eine sehr engagierte, kundige Fremdenführerin Geschichte und Bedeutung von Kloster und Orden. Ein Blick in Küche und Nähstube rundete den Besuch ab. Gestärkt durch Kaffee und Kuchen trat die Gesellschaft die Rückfahrt an. Mathias Reiche zeigte den Teilnehmern die Ortschaft Herrnhut, den Stammsitz der protestantischen Brüdergemeinde und Ober- und Niedercunnersdorf mit alten, aber sehr gut erhaltenen Umgebindehäusern, eine besondere Art von Fachwerkbauten. Nach diesem Tag voller Höhepunkte hieß es „witajce k nam“. So begrüßte die Wirtin Veronika Mahlig vom historischen, sorbischen Restaurant „Wjelbik“ in Bautzen ihre Gäste. Ein klassisches, sorbisches Mahl schloss sich an. Aber auch hier wurde noch ein Sahnehäubchen serviert. Drei Damen in sorbischen Trachten boten Gesänge in sorbischer Sprache, dazu Anekdoten und kleine Gedichte.

Tanzabend im historischen sorbischen Restaurant: Uwe Jauer bittet zum Tanz in Oberlausitzer Tracht.

 

Damit nicht genug, unser Reiseleiter Uwe Jauer angetan mit sorbischer Hochzeitsstaat und Zylinder bot den Damen den Arm zum Tanz. Zwei mutige Herren aus der Reisegesellschaft schlossen sich ihm an. So endete auch dieser Tag mit vielen neuen Eindrücken, aber auch guter Unterhaltung und einem Trunk zur Nachtstunde.

Am nächsten Morgen hieß es leider wieder Abschied nehmen. Schade, denn bei dem traumhaften Wetter und der guten Stimmung in der Gruppe, hätte jeder gern noch ein paar Tage angehängt. Aber noch war die Fahrt ja nicht zu Ende. In Meißen hieß es „Zwischenstopp“. Individuell konnte jeder für sich die vielen Möglichkeiten dieser alten Residenzstadt ausschöpfen. Ob ein Besuch in der Porzellanmanufaktur, auf der Albrechtsburg oder im Dom, für alles reichte die Zeit, auch für ein kühles Bier hoch über der Stadt im Biergarten oder ein leckeres Eis auf der Flaniermeile. Alle waren sich einig: Auch hier lohnt ein Wiederkommen, schon allein um den vorzüglichen sächsischen Wein zu kosten.

 

Die Route der Rückfahrt nach Ostwestfalen führte über die Autobahn 38, den etwas kürzeren Weg. Bei einer kurzen Rast auf dem neuen Rastplatz Rohnetal wurde zur Kaffeepause Kuchen serviert, gestiftet von der Queller Gemeinschaft. Den Kuchen auf der Hinfahrt hatte, traditionsgemäß, das Unternehmen Neumann gespendet. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle. Auf der Höhe des Kyffhäuserdenkmales erinnerte der Himmel mit ein paar Tropfen an die Regengüsse an diesem Ort anlässlich der Fahrt im vorigen Jahr. Genug für Gesprächsstoff über nasse Jacken, Hemden und Schuhe. Danach aber klärte es sich wieder auf und die Sonne begleitete uns bis nach Quelle. Natürlich konnte es Karin, trotz Doppeldeckerbus, nicht lassen einen „eingeschränkten“ Getränkeservice zu bieten. Fahrer Alfons aus Lichtenau war Garant für eine ruhige, sichere Busreise.

 

Alle Teilnehmer freuen sich schon auf das nächste Jahr

 

Danke Uwe Jauer, was Du und Karin da ausgesucht und organisiert habt war wieder Spitze. Alle freuen sich auf das nächste Jahr beim „Rhein in Flammen“!

 

 

 

 

 

 

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