„Was wird, wenn ich eines Tages richtig alt bin und Hilfe brauche, aber gern in meiner Wohnung bleiben möchte, meine Kinder anderswo leben oder sehr belastet sind, meine Freunde weggezogen oder selbst hilfsbedürftig sind?“ Ähnliche Fragen stellen sich viele Mitmenschen, denn sie wissen: Die öffentlichen Kassen sind leer, Renten und Rücklagen können schmelzen, das Pflegepersonal und seine Zeit ist knapp. Schon in den 1990er Jahren haben Bürger Initiativen ergriffen, die als Seniorengenossenschaften oder auch Zeitbank bezeichnet werden, z. B. in Baden-Württemberg und Hessen. Ihr Ziel: Ältere Mitbürger dabei zu unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und Vereinsamung zu verhindern, z. B. durch Besuche, Aktivitäten, Besorgungen, Begleitungen, Hilfe bei Formalitäten und Haushaltstätigkeiten. Das Prinzip einer Zeitbank/Seniorengenossenschaft ist: Fürsorge für andere und Vorsorge für mich. Jüngere bzw. Leistungsstärkere helfen Älteren bzw. Leistungsschwächeren bei der Bewältigung des Alltages und der Wahrnehmung von Angeboten. Gleichzeitig können Unterstützer die eingesetzte Zeit auf Zeitkonten für einen späteren Lebensabschnitt ansparen, wenn sie selbst Hilfe brauchen. Anstelle einer Kompensation durch Zeitgutschrift kann auch ein bescheidenes Honorar vereinbart werden, wenn finanziell möglich. Zeitspenden sind natürlich willkommen, um dem Verein und Mitgliedern unter die Arme zu greifen. Bestehende Seniorengenossenschaften – meist als gemeinnützige Vereine anerkannt – können mit ihren Erfahrungen und ausgearbeiteten Materialien als Modell dienen. Eine umfangreiche Recherche wurde bereits durchgeführt. Im nächsten Schritt werden passende Bedingungen für unsere Seniorengenossenschaft Seniorengenossenschaft festgelegt. Organisation und Logistik müssen ebenfalls geplant und schließlich auch bewältigt werden. Für die Entwicklung des Konzeptes und seiner Umsetzung wird eine stattliche Initiativgruppe zuständig sein, die sich in nächster Zeit bilden sollte. Bis zur Umsetzung unseres Vorhabens wird noch einige Zeit verstreichen, weil eine Zeitbank/Seniorengenossenschaft auf Dauer und seriös angelegt werden muss.

Die Focus-Veranstaltung am 14. Mai war mit ca. 35 Personen gut besucht. Nach einer Einführung ins Thema entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit wohlwollender Unterstützung für den Aufbau einer Seniorengenossenschaft, die langfristig alle Bielefelder Stadtteile versorgen sollte.

Personen, die sich dafür engagieren möchten, sind herzlich willkommen und mögen bitte Kontakt zur Referentin aufnehmen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: 05 21-15 03 85.

Auszug aus dem Queller Blatt Juni 2014