Resümee der Veranstaltung:

Von Marion Grages

Die vorhandenen Stühle reichten nicht aus. Herr Wuttke, der die Red Boxx freundlicherweise als Veranstaltungsort zur Verfügung gestellt hatte, musste auf beinahe 40 aufstocken. Freude bei Herrn Betzendahl von der Queller Gemeinschaft, der zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte. Freude aber auch bei Reiner Tegt und Marion Grages, die Transition Town ins Gespräch gebracht hatten.

Das besondere an Transition Town? Ein Energie- und Kulturwandel mit Kopf, Herz und Händen. Dieses Konzept eröffnet unendlich viele Möglichkeiten, sich für einen „postfossilen“, für einen nachhaltigen Lebensstil einzusetzen. Und das hat der Film, den Michael Schemm von der Bielefelder Transition Town- Gruppe mitgebracht hatte, sehr anschaulich gemacht. „TT“ bringt Menschen zusammen, die ihren Lebensstil und ihre Umgebung positiv verändern möchten, die an einer „gesunden“ Zukunft unseres Planeten mitwirken möchten.

Beinahe 40 Menschen hat „TT“ am 24.1. zusammengebracht, bleibt zu hoffen, dass es am 7.2. ein Wiedersehen gibt. „Aber es können auch noch mehr werden“, so die wünschenswerte Aussicht von Michael Schemm. Am Dienstag, den 7.2., gilt es, Ideen für Quelle zu spinnen. Was wünschen wir uns? Wie können wir wo aktiv werden? Treffpunkt ist um 20 Uhr das Konferenzzimmer im Hotel Büscher.  Fest steht, dass Quelle gut aufgestellt ist: Die Queller Gemeinschaft mit ihren vielen Kontakten sitzt im Boot, in der Kirchengemeinde hat sich eine Umwelt bewegte Gruppe gegründet,  zwei ökologisch engagierte Siedlungen gibt es bereits, und die Politiker in der Bezirksvertretung sind durchaus offen für neue Idee – so zumindest die Erfahrungen der letzten Jahre. 
Bleibt nun der Wunsch, dass viele Quellerinnen und Queller neue Wege gehen möchten hin zu einer lebenswerten Zukunft..


Text der Einladung:
Transition Town (am besten übersetzt mit: Stadt im Wandel) ist eine internationale Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Widerstandskräfte von Regionen und Menschen zu stärken (der so genannte Resilienzfaktor) und eine postfossile, relokalisierte Gesellschaftsform zu finden. Am Beispiel Fukushima konnte die Weltöffentlichkeit unlängst sehen, wie instabil und abhängig eine globalisierte Gesellschaft geworden ist. Wie aber macht man das – lokale Widerstandskräfte stärken? Es kann z.B. bedeuten, zukunftsfähige Lebensweisen zu entwickeln, bereits bestehende Gruppen und Initiativen miteinander zu vernetzen, Ressourcen zu bündeln und lokale Unabhängigkeit zu fördern, indem man die Region und die in ihr lebenden Menschen stärkt und eine alternative Stadtkultur entfaltet. Es ist ein Prozess, der Spaß machen soll, die ganze Kommune umfassen darf und ein breites Spektrum von Menschen anspricht und verbindet.

Die Idee von Transition Town entstand erstmals 2005 in der kleinen Stadt Totnes in Südengland. Hier entwickelte der irische Wissenschaftler Rob Hopkins mit seinen Studenten ein Handbuch zur Energiewende. Gemeinsam überlegten sie, wie sie ihre Region auf den Wandel in die postfossile Ära vorbereiten könnten. Mittlerweile gibt es schon über 350 Gemeinden und Städte, die sich diesem Prozess angeschlossen haben und mitmachen.

Das Interessante an der Transition-Town-Bewegung ist ihr kreativer, individueller und demokratischer Ansatz: Es gibt kein fertiges zugrunde liegendes Konzept. Stattdessen entwickeln die Menschen an unterschiedlichen Orten in Selbstorganisation auch ganz unterschiedliche Durchführungen. Allen gemein ist nur die Ausrichtung auf die Wiederaktivierung lokaler Märkte und wirtschaftlicher Selbstversorgung, die Reduktion des Verbrauches von fossilen Energieträgern und die Entwicklung eines nachhaltigen und einfachen Lebensstils. Das geschieht z. B. durch Stadtbegrünung (»essbare Stadt«) und Permakultur, Pflanzaktionen, Einführung von Regionalwährung, besondere Bildungs- und Trainingskonzepte für Kinder und Erwachsene, die Stärkung von Nachbarschaften und Gemeinschaften durch Mehrgenerationenprojekte, die Belebung alter Kulturtechniken und vieles mehr ... Es gibt so viele Wege in eine lebenswerte Zukunft, wie es Menschen gibt.

Am 24.01.2012 zeigen wir um 20:00 Uhr in der RED BOXX, Borgsenallee 3, den Film zur Initiative: »In Transition 1.0«.
Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen!