Unser Luttertal– shit happens?

Infos zum Maßnahmenplan am Donnerstag, 26. Mai 2011, 20.00 Uhr, Gaststätte Sprungmann, Osnabrücker Str. 85 mit Hans-Werner Ohse, Umweltamt Abteilung Landschaft-Gewässer-Naturschutz  und Hans-Georg Hellermann Leiter Bezirksamt Brackwede

 Zeitungsartikel "Lutterquelle" im WB v. 21.05.2011


Resümee der Veranstaltung:

An den Teichen tut sich was!Lutteraue
Lange haben Anlieger und Spaziergänger auf die Sanierung der Lutteraue gewartet. Doch werden sie noch eine Zeitlang mit der Geruchsbelästigung durch Faulgas und Fäkalien leben müssen. Zu nächst beginnen die vorbereitenden Maßnahmen im Luttertal.

Kürzlich wurden die Pläne beim »Focus Quelle« vorgestellt, nachdem sie bereits im März die Bezirksvertretung passiert hatten. Hans-Werner Oh se und Arndt Becker vom Umweltamt der Stadt Bielefeld er läuterten mit Unterstützung durch Bezirksamtsleiter Hans-Georg Hellermann in der Gaststätte Sprungmann den zahlreich erschienenen Mitbürgern die erforderlichen Baumaßnahmen.

Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden, die Durchgängigkeit der Lutter zu erhöhen, d. h., das Wasser soll zukünftig nicht mehr durch die Stauteiche fließen, sondern um sie herum, damit die Ablagerung von weiteren Sedimenten vermieden wird. Dazu müssen am Teich 4 (siehe Plan Seite 5) ein Damm aufgeschüttet und eine Sohlgleite – ein kurzes Stück Bachbett mit stärkerem Gefälle – gebaut werden. Dieses kann aber mit Rücksicht auf die hier lebenden Amphibien erst im September geschehen. 90 Prozent der ca. 150.000 Euro teuren Baumaßnahme werden vom Land NRW übernommen.

 

 

In den nächsten Bauphasen, deren Finanzierung allerdings noch nicht gesichert ist, müssen zunächst die Wege für Forstwirtschaft, Gewässer- und Kanalunterhaltung nutzbar gemacht werden, auch damit die Baufahrzeuge zum Teich 1 gelangen können, da eine Zufahrt vom Freibad aus nicht möglich ist.

Teich 1 – der »Problemteich« mit der Einleitung aus dem Überlauf der Mischwasserentwässerung – wird allerdings der Sanierung von Lutteraue und den übrigen Teichen geopfert werden müssen. Hier soll die Einleitung des Regenüberlaufes Marienfelder Straße direkt in den Bachlauf erfolgen, um zu vermeiden, dass sich die Faulgas verursachenden Stoffe im Teich ablagern. Nach dem Verfüllen des Teiches soll der Spazierweg verlegt werden. Die restliche Teichfläche wird voraussichtlich als Brache mit Blänken (Kleingewässern) der Natur überlassen.

 

Als letzter Bauabschnitt – mit Finanzierungsvorbehalt voraussichtlich etwa 2012 bis 2014 – folgt die Entschlammung der verbleibenden Teiche. Da der Schlamm mit Schadstoffen belastet ist (auch durch die ehemalige Nutzung der Staugewässer als Klärteiche), müsste er kostspielig auf einer Deponie der Klasse 2 gelagert werden. Um dieses zu vermeiden, wird die östliche Ausbuchtung von Teich 4 mit dem Schlamm aus den übrigen Teichen verfüllt, zum Schutz des Grundwassers allerdings komplett in Folie verpackt.

 

 

 

 

Den Ausführungen der Fachleute folgten teilweise kritische Anmerkungen wegen der erheblichen, aber notwendigen Eingriffe in das idyllische Luttertal. Die »ideale Lösung« wird es laut Hans-Werner Ohse nicht geben, und Arnt Becker ergänzte, dass mittelfristig alle vier Teiche durch Verschlammung verloren gingen, wenn jetzt nicht eingegriffen würde.

(Abdruck der Sanierungspläne mit freundlicher Genehmigung des Bielefelder Umweltamtes)

Auszug aus dem Queller Blatt Juni 2011


Zeitungsartikel zur Veranstaltung, erschienen im Westfalenblatt am 31.05.2011

Zeitungsartikel zur Veranstaltung, erschienen in der Neuen Westfälischen am 31.05.2011